Peter Bußjäger / Ulrich Nachbaur / Jakob Wührer

Aktuelle Fragen des Archivrechts

Vergriffen

Das Archivrecht ist ein wenig bearbeitetes und in der Öffentlichkeit höchstens dann wahrgenommenes Rechtsgebiet, wenn digitale oder schriftliche Unterlagen, aus welchen Gründen auch immer, der Vernichtung zugeführt werden. Dann wird die Frage gestellt, ob nicht überhaupt jegliche staatliche Information, von der Aktennotiz bis hin zur Chatnachricht, aufbewahrt werden muss.
Abseits solcher auf Unkenntnis des Zwecks der Archivierung beruhender Diskussionen wirft das Archivrecht auch durch den in den letzten gut zwei Jahrzehnten durch Digitalisierung und Verrechtlichung vollzogenen Wandel im Bereich des Archivrechts zahlreiche, in der Praxis höchst relevante Fragestellungen auf. In einem modernen Verständnis ist Archivrecht nicht nur Teil des Organisationsrechts, sondern gehört auch zum Informationsrecht, weil es für die Transparenz und Zugänglichkeit staatlicher Dokumente sorgt. Nicht zuletzt ist das Archivrecht aber auch von erheblicher föderalistischer Bedeutung, weil es eng mit der Staatsqualität der Länder verwoben ist.
Im September 2021 widmete sich eine Tagung unter dem Titel „Österreichische Archivrechtsgespräche“ zahlreichen Problemstellungen in diesem jungen Rechtsgebiet, die nicht nur vor dem Hintergrund der Bestrebungen zur Schaffung von mehr Transparenz in der österreichischen Verwaltung besondere Beachtung verdienen. Der vorliegende Band soll die Beiträge dieser Veranstaltung vereinigen.

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