Julia Kraler / Erich Lehner

Die Architektur der Tharu

Ein Gleichgewichtsakt zwischen Tradition und Fortschritt

Vergriffen

Jahrhundertelang lebte das Volk der Tharu isoliert in den sumpfigen Niederungen des Terai im südlichen Nepal und entwickelte hier eine subtile, bisher noch kaum erforschte und dokumentierte Lehmarchitektur. In ihrer Studie untersucht die Autorin die indigenen Bautraditionen der Tharu im Zusammenhang mit deren Lebensweise, den Materialressourcen und den klimatischen Bedingungen.
Diese Arbeit ist ein Versuch, das Ursprüngliche und Charakteristische genauso wie die feinen Unterschiede zwischen den Gruppen herauszuarbeiten. Es ist auch ein Versuch, dem Leben dieser Menschen auf den Grund zu gehen und zu beobachten, in welcher Wechselwirkung es mit der Architektur steht. Veränderungen sollen aufgespürt und Auswirkungen aufgezeigt werden. Es geht nicht darum, besonders strahlende Architektur zu zeigen und es ist nicht wichtig, besonders ausgefeilte Techniken zu präsentieren. Diese Arbeit will aufzeigen, wie sich Architektur entwickelte, die über viele Jahrhunderte ohne fremde Einwirkungen wachsen konnte. Sie will erläutern, wie sich das Haus an das herrschende Klima anpasste, wie die Beschäftigung der Menschen die Architektur prägte und auf welch vielfältige Weise die natürlichen Ressourcen zum Einsatz kamen. Durch die differenzierte Betrachtung der Architektur verschiedener Gruppen, die im gleichen Gebiet leben, wird es möglich, Eigenheiten und Charakteristika der einzelnen Stämme herauszufiltern. Verschiedene Einflüsse sollen erspürt werden, die die Architektur veränderten oder verändern könnten. Fragen der Lebensqualität und der Anpassung an neue Umstände werden gestellt und die Beeinflussung der verschiedenen Gruppen von außen und untereinander wird verfolgt. Es ist dieser Arbeit viel wichtiger zu untersuchen, wie die Menschen leben, wie sie wohnen und warum sie so wohnen, als Vorschläge für ‚bessere‘ Lösungen zu bringen.

http://iva-icra.org/publikationen/die-architektur-der-tharu/