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Gerhard Strejcek

Wirtschaft, Welthandel und Recht 

Der Neubau der k.k. Exportakademie und dessen Eröffnung am 20. März 1917

ISBN: 978-3-7003-1991-7
Umfang: 136 Seiten
Einband: Paperback
Ersch.datum: Januar 2017

 14.90

Was hat eine akademische Ausbildungsstätte, die vor einem Jahrhundert eröffnet wurde, mit AEUV, CETA, TTIP und WTO zu tun? Mehr als es auf den ersten Blick scheinen würde, denn alle diese internationalen Verträge beruhen auf dem Prinzip des freien Warenhandels und dem Abbau von Handelshemmnissen für den Import und Export.
Der Wunsch, im Reigen der großen internationalen Akteure des Welthandels wie Großbritannien, Deutschland und den USA mitspielen zu können und die eher bescheidene Handelsbilanz aufzubessern, war ausschlaggebend für die Initiierung einer hochgradigen Ausbildung von Wirtschaftsakademikern in Österreich, die 1898 mit der Exportakademie im k.k. Handelsmuseum in der Donaumonarchie begann, aber erst ab 1917 eine adäquate Heimstatt und ab 1919, in der Ersten Republik, eine angemessene, universitätsnahe Organisationsform als Hochschule für Welthandel fand. Den weiteren Aufstieg markierten das Promotionsrecht 1930 und die Umwandlung in eine Universität (WU) im Jahr 1975 sowie der Bezug zweier imposanter, wenn auch ästhetisch mit Kellers Bauwerk nicht vergleichbarer Gebäudekomplexe in der Augasse 1982 und am Welthandelsplatz in der Krieau ab 2013.
Heute beherrschen wirtschaftsrelevante Themen die Medien, nicht nur im Fachmagazin von Tageszeitungen und TV. Die Rahmenbedingungen für die Abbaugesellschaft und „bad bank“ HETA, die Grenzen der Zulässigkeit der Einlagenrückgewähr, der Umfang der Rechnungshofkontrolle, die Frage der Vertretung von Beratungsunternehmen als Ein-Personen-Dienstleister in der zuständigen gesetzlichen Vertretung oder der Strukturwandel im KFZ-Einzelhandel betreffen Fragen, die in Ansätzen schon vor geraumer Zeit angerissen wurden und heute in einer Ära der Globalisierung und – paradoxer Weise auch intensivsten – Reglementierung der Wirtschaft eine Rolle spielen und einer Klärung bedürfen.
Ausgangspunkt der hier vorgelegten Darstellung ist das runde (100-jährige) Jubiläum der Eröffnung des Gebäudes der ehemaligen „Hochschule für Welthandel“ in Wien-Döbling, das im Frühjahr 2017 ansteht. Vor hundert Jahren diente es noch der Urahnin der heutigen WU, der k.k. Exportakademie (ursprünglich „Exportakademie im k.k. Handelsmuseum“ in der Berggasse 16), ab dem Sommersemester 1919 dann der „Welthandel“ und ab 1975 der heute im Prater angesiedelten WU als wissenschaftliche Heimstatt. Diese maßgeblich von der Wirtschaftskammer mitfinanzierte und auf private Initiative hin entstandene Einrichtung war keineswegs nur eine bessere Abendschule für privilegierte Kaufmannskinder. Einer der Pioniere der modernen BWL, Josef Hellauer, lehrte bis zu seiner Berufung nach Berlin und Frankfurt an der Exportakademie, der weltberühmte Jurist Hans Kelsen erfüllte in der Berggasse seine ersten Lehraufträge und verfasste auf Wunsch der Akademieleitung ein Gutachten über die Aufwertung zur „Handels-Hochschule“, das in diesem Buch ausführlich behandelt wird.

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(KCZ) Wirtschaftsgeschichte

Was hat eine akademische Ausbildungsstätte, die vor einem Jahrhundert eröffnet wurde, mit AEUV, CETA, TTIP und WTO zu tun? Mehr als es auf den ersten Blick scheinen würde, denn alle diese internationalen Verträge beruhen auf dem Prinzip des freien Warenhandels und dem Abbau von Handelshemmnissen für den Import und Export.
Der Wunsch, im Reigen der großen internationalen Akteure des Welthandels wie Großbritannien, Deutschland und den USA mitspielen zu können und die eher bescheidene Handelsbilanz aufzubessern, war ausschlaggebend für die Initiierung einer hochgradigen Ausbildung von Wirtschaftsakademikern in Österreich, die 1898 mit der Exportakademie im k.k. Handelsmuseum in der Donaumonarchie begann, aber erst ab 1917 eine adäquate Heimstatt und ab 1919, in der Ersten Republik, eine angemessene, universitätsnahe Organisationsform als Hochschule für Welthandel fand. Den weiteren Aufstieg markierten das Promotionsrecht 1930 und die Umwandlung in eine Universität (WU) im Jahr 1975 sowie der Bezug zweier imposanter, wenn auch ästhetisch mit Kellers Bauwerk nicht vergleichbarer Gebäudekomplexe in der Augasse 1982 und am Welthandelsplatz in der Krieau ab 2013.
Heute beherrschen wirtschaftsrelevante Themen die Medien, nicht nur im Fachmagazin von Tageszeitungen und TV. Die Rahmenbedingungen für die Abbaugesellschaft und „bad bank“ HETA, die Grenzen der Zulässigkeit der Einlagenrückgewähr, der Umfang der Rechnungshofkontrolle, die Frage der Vertretung von Beratungsunternehmen als Ein-Personen-Dienstleister in der zuständigen gesetzlichen Vertretung oder der Strukturwandel im KFZ-Einzelhandel betreffen Fragen, die in Ansätzen schon vor geraumer Zeit angerissen wurden und heute in einer Ära der Globalisierung und – paradoxer Weise auch intensivsten – Reglementierung der Wirtschaft eine Rolle spielen und einer Klärung bedürfen.
Ausgangspunkt der hier vorgelegten Darstellung ist das runde (100-jährige) Jubiläum der Eröffnung des Gebäudes der ehemaligen „Hochschule für Welthandel“ in Wien-Döbling, das im Frühjahr 2017 ansteht. Vor hundert Jahren diente es noch der Urahnin der heutigen WU, der k.k. Exportakademie (ursprünglich „Exportakademie im k.k. Handelsmuseum“ in der Berggasse 16), ab dem Sommersemester 1919 dann der „Welthandel“ und ab 1975 der heute im Prater angesiedelten WU als wissenschaftliche Heimstatt. Diese maßgeblich von der Wirtschaftskammer mitfinanzierte und auf private Initiative hin entstandene Einrichtung war keineswegs nur eine bessere Abendschule für privilegierte Kaufmannskinder. Einer der Pioniere der modernen BWL, Josef Hellauer, lehrte bis zu seiner Berufung nach Berlin und Frankfurt an der Exportakademie, der weltberühmte Jurist Hans Kelsen erfüllte in der Berggasse seine ersten Lehraufträge und verfasste auf Wunsch der Akademieleitung ein Gutachten über die Aufwertung zur „Handels-Hochschule“, das in diesem Buch ausführlich behandelt wird.