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Constantin Floros

György Ligeti 

Jenseits von Avantgarde und Postmoderne

ISBN: 978-3-85151-038-6
Umfang: 248 Seiten
Einband: gebunden
Reihe: Komponisten unserer Zeit , Band 26

 34.80

György Ligeti (1923–2006) ist einer der prägendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts – Europäer mit besonderem Bezug zu Österreich. Aufgewachsen im ungarisch-sprachigen Teil Rumäniens und ausgebildet an der Budapester Musikhochschule ist er zunächst stark von der Musik Bartóks geprägt. In den Fünfzigerjahren distanzierte er sich von Folklorismus und Bartók-Nachfolge – stark beeinflusst von Höreindrücken der Komponisten der Wiener Schule, von Strawinsky oder Messiaen. Dieses Fenster nach außen wurde im vom Westen komplett isolierten Ungarn für ihn das aufmerksame Hören der Nachtprogramme der deutschen Sender. 1956 mit seiner politischen Zäsur nahm auch er zum Anlass, Ungarn zu verlassen, um die Zentren und Personen der Neuen Musik persönlich aufsuchen und erleben zu können. Ein bewegtes Leben mit Stationen in Wien, Köln, Berlin, Darmstadt, Donaueschingen, aber auch Paris, Madrid oder Städten Skandinaviens führte zum Durchbruch ab 1960 mit Apparitions und Atmosphères und zur Ausprägung der für ihn spezifischen kleinteilig-vielstimmigen „Mikropolyphonie“. Ab den Siebzigerjahren brachte dann eine Professur an der Hamburger Musikhochschule auch Stabilität und einen Wirkungsfokus in Deutschland; Ferien- und Familienwohnort blieb Wien. Ligeti ging seinen ganz eigenen Weg, für den die Vermeidung jeglicher Dogmen oder Ideologien wichtig war. Ebenso wirkte die ästhetische und intellektuelle Befassung mit der Musik früherer Epochen und verschiedenster Ethnien, insbesondere afrikanischer Rhythmen, wie eine stark ausgeprägte synästhetische Begabung und eine Affinität zu bildender Kunst und theatralisch-fantastischen Zugängen. Sie sind Elemente seiner „nicht-puristischen Musik – jenseits von Avantgarde und Postmoderne“ und wesentliches Element eines interdisziplinären Diskurses zur Kunstmusik im 20. Jahrhundert.

Constantin Floros war als Professor für Musikwissenschaft an der Universität Hamburg langjähriger Gesprächspartner auf Augenhöhe für Ligeti und Deuter von dessen Kreativität – unter Einbeziehung von Ideen- und Skizzenmaterial.

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(AVM) Musikgeschichte;(AVN) Komponisten und Liedermacher
(3MP) 20. Jahrhundert (1900 bis 1999 n. Chr.)

György Ligeti (1923–2006) ist einer der prägendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts – Europäer mit besonderem Bezug zu Österreich. Aufgewachsen im ungarisch-sprachigen Teil Rumäniens und ausgebildet an der Budapester Musikhochschule ist er zunächst stark von der Musik Bartóks geprägt. In den Fünfzigerjahren distanzierte er sich von Folklorismus und Bartók-Nachfolge – stark beeinflusst von Höreindrücken der Komponisten der Wiener Schule, von Strawinsky oder Messiaen. Dieses Fenster nach außen wurde im vom Westen komplett isolierten Ungarn für ihn das aufmerksame Hören der Nachtprogramme der deutschen Sender. 1956 mit seiner politischen Zäsur nahm auch er zum Anlass, Ungarn zu verlassen, um die Zentren und Personen der Neuen Musik persönlich aufsuchen und erleben zu können. Ein bewegtes Leben mit Stationen in Wien, Köln, Berlin, Darmstadt, Donaueschingen, aber auch Paris, Madrid oder Städten Skandinaviens führte zum Durchbruch ab 1960 mit Apparitions und Atmosphères und zur Ausprägung der für ihn spezifischen kleinteilig-vielstimmigen „Mikropolyphonie“. Ab den Siebzigerjahren brachte dann eine Professur an der Hamburger Musikhochschule auch Stabilität und einen Wirkungsfokus in Deutschland; Ferien- und Familienwohnort blieb Wien. Ligeti ging seinen ganz eigenen Weg, für den die Vermeidung jeglicher Dogmen oder Ideologien wichtig war. Ebenso wirkte die ästhetische und intellektuelle Befassung mit der Musik früherer Epochen und verschiedenster Ethnien, insbesondere afrikanischer Rhythmen, wie eine stark ausgeprägte synästhetische Begabung und eine Affinität zu bildender Kunst und theatralisch-fantastischen Zugängen. Sie sind Elemente seiner „nicht-puristischen Musik – jenseits von Avantgarde und Postmoderne“ und wesentliches Element eines interdisziplinären Diskurses zur Kunstmusik im 20. Jahrhundert.

Constantin Floros war als Professor für Musikwissenschaft an der Universität Hamburg langjähriger Gesprächspartner auf Augenhöhe für Ligeti und Deuter von dessen Kreativität – unter Einbeziehung von Ideen- und Skizzenmaterial.

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