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Claudia Maurer Zenck

Ernst Krenek 

ein Komponist im Exil

ISBN: 978-3-85151-033-1
Umfang: 347 Seiten
Einband: Paperback

 35.00

Ernst Krenek (1900–1991) war „nicht nur Komponist“ – sondern auch (Musik)Schriftsteller, sein eigener Librettist, Lehrer und Autobiograph, wie eine Tagung genau untersuchte. Als solcher gestaltete er als „One-man-history of 20th Century Music“ die musikgeschichtliche Entwicklung zu unserer Gegenwart wesentlich mit und erlebte und reflektierte deren (kultur)politische Bedingungen, Umbrüche und Katastrophen. Die wesentlichste Zäsur seines Lebens – in Europa als ‚entartet‘ gebrandmarkt – war der Gang ins Exil in die USA 1938. Zuvor schon war er, dem faschistisch werdenden Deutschland entkommend, in seine Heimatstadt Wien zurückgekehrt. Hier entwickelte er anfänglich Sympathien für das Dollfuss-Regime, distanzierte sich jedoch bald, die Missstände erkennend, und positionierte sich explizit als Anti-Nazi. Eines seiner Hauptwerke, das „Bühnenwerk mit Musik“ Karl V. thematisiert Idee wie Scheitern des Zusammenhalts eines Weltreichs auf katholischen Fundamenten. Dass das Werk von der Wiener Staatsoper für 1934 zwar beauftragt, aber noch vor der Uraufführung durch politische Intrigen wieder abgesetzt worden war, lässt die enge Verflechtung mit der realpolitischen Situation erkennen. Schon einige Jahre zuvor war die Erfolgsoper Jonny spielt auf (bereits 1927!) als ‚jüdisch-negerisch‘ beschimpft worden – was freilich ihre absolut singuläre Aufführungsdichte nicht hindern konnte. Sind in Kreneks Schaffen die wesentlichen Elemente der stilistisch-kompositorischen Ausprägungen des 20. Jahrhunderts zu verfolgen, so zeigt sein Leben das Schicksal des Exils in persönlicher, musikhistorischer und politischer Dimension auf.

Claudia Maurer Zenck ist Prof. emer. für Musikwissenschaft an der Universität Hamburg und eine der führenden Persönlichkeiten zur Exilforschung mit engem persönlichen Bezug zu Ernst und Gladys Krenek.

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(AVM) Musikgeschichte;(AVN) Komponisten und Liedermacher
(1DFA) Österreich;(1KBB) Vereinigte Staaten von Amerika, USA

Ernst Krenek (1900–1991) war „nicht nur Komponist“ – sondern auch (Musik)Schriftsteller, sein eigener Librettist, Lehrer und Autobiograph, wie eine Tagung genau untersuchte. Als solcher gestaltete er als „One-man-history of 20th Century Music“ die musikgeschichtliche Entwicklung zu unserer Gegenwart wesentlich mit und erlebte und reflektierte deren (kultur)politische Bedingungen, Umbrüche und Katastrophen. Die wesentlichste Zäsur seines Lebens – in Europa als ‚entartet‘ gebrandmarkt – war der Gang ins Exil in die USA 1938. Zuvor schon war er, dem faschistisch werdenden Deutschland entkommend, in seine Heimatstadt Wien zurückgekehrt. Hier entwickelte er anfänglich Sympathien für das Dollfuss-Regime, distanzierte sich jedoch bald, die Missstände erkennend, und positionierte sich explizit als Anti-Nazi. Eines seiner Hauptwerke, das „Bühnenwerk mit Musik“ Karl V. thematisiert Idee wie Scheitern des Zusammenhalts eines Weltreichs auf katholischen Fundamenten. Dass das Werk von der Wiener Staatsoper für 1934 zwar beauftragt, aber noch vor der Uraufführung durch politische Intrigen wieder abgesetzt worden war, lässt die enge Verflechtung mit der realpolitischen Situation erkennen. Schon einige Jahre zuvor war die Erfolgsoper Jonny spielt auf (bereits 1927!) als ‚jüdisch-negerisch‘ beschimpft worden – was freilich ihre absolut singuläre Aufführungsdichte nicht hindern konnte. Sind in Kreneks Schaffen die wesentlichen Elemente der stilistisch-kompositorischen Ausprägungen des 20. Jahrhunderts zu verfolgen, so zeigt sein Leben das Schicksal des Exils in persönlicher, musikhistorischer und politischer Dimension auf.

Claudia Maurer Zenck ist Prof. emer. für Musikwissenschaft an der Universität Hamburg und eine der führenden Persönlichkeiten zur Exilforschung mit engem persönlichen Bezug zu Ernst und Gladys Krenek.

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