new academic press » » Nach mehr als neunzig Jahren

 

Max Tauber

Nach mehr als neunzig Jahren 

ISBN: 978-3-99036-002-6
Umfang: 252 Seiten
Einband: Paperback
Ersch.datum: November 2013

 19.90

„Die Kindheit, die Max Tauber zwischen 1920 und 1935 in Wien verbringt, ist alles andere als rosig. Bescheidene Verhältnisse, Krankheiten und ein politisches Regime, das für arme Leute überhaupt nichts übrig hat, prägen seine ersten Jahre. Nach der Emigration ins britisch verwaltete Palästina der 30er-Jahre, wo seine Familie den Holocaust überleben wird, erlernt Max Tauber beim Vater das Schuhmacherhandwerk und verbringt seine Jugend in einer fremden Welt, die ihm auch nach dreizehn Jahren nicht vertraut ist. Bei seiner Rückkehr nach Wien muss er zur Kenntnis nehmen, dass das Österreich der Nachkriegszeit auf ihn und seinesgleichen nicht gewartet hat und es nicht gerade leicht ist, eine Existenz aufzubauen und eine Familie zu gründen. Max Tauber bleibt seinem Handwerk treu – bis zum endgültigen Niedergang der Schuhindustrie in Österreich -, ist stets mit ganzem Herzen Gewerkschafter und hat den Lesern aus seinem schon über neunzig Jahre währenden Leben viel Interessantes zu erzählen. In unverkennbar wienerisch gefärbter Sprache …:
„“Irgendwann hat sich dann gegründet die sogenannte Rote Hilfe. Die hat die Leute, so wie meinen Vater, die überhaupt keine Möglichkeit der Existenz mehr hatten und untertauchen mussten, die haben sie unterstützt. Wovon wir in dieser Zeit gelebt haben? Also meine Mutter ist zum Beispiel, da hat mein Vater gehabt einen Lehrkollegen, der hat in der Tannengase eine Oberteilherrichterei gehabt, zu dem ist meine Mutter öfters so auf drei, vier Stunden hin. Ich weiß ja nicht, was er gezahlt hat, aber irgendwie hat sie immer wieder was zusammengebracht. Das Wichtigste war ein Schmalz, ein Brot, ein bissel eine Milch. Von der Roten Hilfe ist auch ein bissel ein Geld gekommen, so dass wenigstens das Notwendigste beisammen war. Aber da ist gespart worden … „“Gas – g’schwind abdrehen!““ Es war die warme Jahreszeit, wir haben zwar einen kleinen eisernen Ofen stehen gehabt – aber jetzt sollst dir, wenn es draußen fünfundzwanzig Grad hat, den Ofen einheizen, zum Kochen? Und mit was? Wo ein Brennmaterial hernehmen?““
Max Tauber ist am 5.8.2014 im Alter von 94 Jahren verstorben.“

Kategorien: , .
Schlüsselwort: .

„Die Kindheit, die Max Tauber zwischen 1920 und 1935 in Wien verbringt, ist alles andere als rosig. Bescheidene Verhältnisse, Krankheiten und ein politisches Regime, das für arme Leute überhaupt nichts übrig hat, prägen seine ersten Jahre. Nach der Emigration ins britisch verwaltete Palästina der 30er-Jahre, wo seine Familie den Holocaust überleben wird, erlernt Max Tauber beim Vater das Schuhmacherhandwerk und verbringt seine Jugend in einer fremden Welt, die ihm auch nach dreizehn Jahren nicht vertraut ist. Bei seiner Rückkehr nach Wien muss er zur Kenntnis nehmen, dass das Österreich der Nachkriegszeit auf ihn und seinesgleichen nicht gewartet hat und es nicht gerade leicht ist, eine Existenz aufzubauen und eine Familie zu gründen. Max Tauber bleibt seinem Handwerk treu – bis zum endgültigen Niedergang der Schuhindustrie in Österreich -, ist stets mit ganzem Herzen Gewerkschafter und hat den Lesern aus seinem schon über neunzig Jahre währenden Leben viel Interessantes zu erzählen. In unverkennbar wienerisch gefärbter Sprache …:
„“Irgendwann hat sich dann gegründet die sogenannte Rote Hilfe. Die hat die Leute, so wie meinen Vater, die überhaupt keine Möglichkeit der Existenz mehr hatten und untertauchen mussten, die haben sie unterstützt. Wovon wir in dieser Zeit gelebt haben? Also meine Mutter ist zum Beispiel, da hat mein Vater gehabt einen Lehrkollegen, der hat in der Tannengase eine Oberteilherrichterei gehabt, zu dem ist meine Mutter öfters so auf drei, vier Stunden hin. Ich weiß ja nicht, was er gezahlt hat, aber irgendwie hat sie immer wieder was zusammengebracht. Das Wichtigste war ein Schmalz, ein Brot, ein bissel eine Milch. Von der Roten Hilfe ist auch ein bissel ein Geld gekommen, so dass wenigstens das Notwendigste beisammen war. Aber da ist gespart worden … „“Gas – g’schwind abdrehen!““ Es war die warme Jahreszeit, wir haben zwar einen kleinen eisernen Ofen stehen gehabt – aber jetzt sollst dir, wenn es draußen fünfundzwanzig Grad hat, den Ofen einheizen, zum Kochen? Und mit was? Wo ein Brennmaterial hernehmen?““
Max Tauber ist am 5.8.2014 im Alter von 94 Jahren verstorben.“