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Otto Fritscher

Kontroversen um den „Mauerbach-Schatz 

Die Restitutionsverfahren von 1969 bis 1986

ISBN: 978-3-7003-1841-5
Umfang: 496 Seiten
Einband: Paperback
Ersch.datum: November 2012
Reihe: Austriaca , Band 3

 38.00

„Der „“Mauerbachschatz““ – genannt nach dem Depot des Bundesdenkmalamtes im ehemaligen Kloster Mauerbach – enthielt sowohl Kunstwerke, die in der NS-Zeit für das von Adolf Hitler geplante Kunstmuseum Linz „“beschafft““ worden waren, als auch kriegsbedingt verlagertes Gut aus Museen und von Privatpersonen. Das Bundesdenkmalamt konnte trotz ernsthafter Bemühungen die wahren Eigentümer vieler Gegenstände nicht finden, meist nicht einmal die Umstände des Erwerbs durch deutsche Stellen klären. Österreich erließ deswegen das „“Kunst- und Kulturgutbereinigungsgesetz 1969″“, nach dem jedermann, der der Ansicht war, dass eines der in einer Liste angeführten Werke sein Eigentum sei, seinen Anspruch anmelden konnte, aber sein Eigentumsrecht nachweisen musste. Die Gerichtsverfahren wurden wegen ihrer langer Dauer von 1972 bis 1979 und des wiederholten Richterwechsels heftig kritisiert. Daher sah sich Österreich 1986 veranlasst, ein zweites Mal Anmeldungen zuzulassen und den danach verbliebenen Restbestand zugunsten bedürftiger NS-Opfer zu versteigern. Im vorliegenden Buch zeigt der Autor die Schwierigkeiten dieser Eigentumsprozesse, die während der laufenden Verfahren stattgefundenen ausländischen Interventionen sowie den Diskurs um die „“Kunst- und Kulturgutbereinigung““. Dass die Erwartungen der Antragsteller nicht erfüllt wurden, ist nach Ansicht des Autors nicht nur auf Fehler der Justiz, sondern in erster Linie auf Fehler des Gesetzes und der Regierungspolitik zurückzuführen. Insbesondere war Österreich nicht in der Lage, klug und sensibel auf eine geänderte Stimmung in der Öffentlichkeit der USA und der westeuropäischen Staaten zur Frage des Holocaust und zur Argumentation der Lobbyisten über die österreichische Mitverantwortlichkeit an den NS-Verbrechen und die österreichischen Bereicherungspläne am „“Mauerbachschatz““ zu reagieren.“

„Der „“Mauerbachschatz““ – genannt nach dem Depot des Bundesdenkmalamtes im ehemaligen Kloster Mauerbach – enthielt sowohl Kunstwerke, die in der NS-Zeit für das von Adolf Hitler geplante Kunstmuseum Linz „“beschafft““ worden waren, als auch kriegsbedingt verlagertes Gut aus Museen und von Privatpersonen. Das Bundesdenkmalamt konnte trotz ernsthafter Bemühungen die wahren Eigentümer vieler Gegenstände nicht finden, meist nicht einmal die Umstände des Erwerbs durch deutsche Stellen klären. Österreich erließ deswegen das „“Kunst- und Kulturgutbereinigungsgesetz 1969″“, nach dem jedermann, der der Ansicht war, dass eines der in einer Liste angeführten Werke sein Eigentum sei, seinen Anspruch anmelden konnte, aber sein Eigentumsrecht nachweisen musste. Die Gerichtsverfahren wurden wegen ihrer langer Dauer von 1972 bis 1979 und des wiederholten Richterwechsels heftig kritisiert. Daher sah sich Österreich 1986 veranlasst, ein zweites Mal Anmeldungen zuzulassen und den danach verbliebenen Restbestand zugunsten bedürftiger NS-Opfer zu versteigern. Im vorliegenden Buch zeigt der Autor die Schwierigkeiten dieser Eigentumsprozesse, die während der laufenden Verfahren stattgefundenen ausländischen Interventionen sowie den Diskurs um die „“Kunst- und Kulturgutbereinigung““. Dass die Erwartungen der Antragsteller nicht erfüllt wurden, ist nach Ansicht des Autors nicht nur auf Fehler der Justiz, sondern in erster Linie auf Fehler des Gesetzes und der Regierungspolitik zurückzuführen. Insbesondere war Österreich nicht in der Lage, klug und sensibel auf eine geänderte Stimmung in der Öffentlichkeit der USA und der westeuropäischen Staaten zur Frage des Holocaust und zur Argumentation der Lobbyisten über die österreichische Mitverantwortlichkeit an den NS-Verbrechen und die österreichischen Bereicherungspläne am „“Mauerbachschatz““ zu reagieren.“