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Stekl, Hannes; Hämmerle, Christa; Bruckmüller, Ernst (Hrsg.)

Kindheit und Schule im Ersten Weltkrieg 

ISBN: 978-3-7003-1888-0
Umfang: 290 Seiten
Einband: Paperback
Ersch.datum: Dezember 2014
Reihe: Austriaca , Band 6

 28.00

„Mit dem Fokus auf Kindheit und Schule behandelt dieser Band einen oft vernachlässigten Themenbereich der Geschichte des Ersten Weltkriegs. Er skizziert die organisatorischen Grundzüge des österreichischen Schulwesens und den Alltag an der „“Heimatfront““, der für viele Kinder immer schwieriger zu bewältigen wurde. Ein weiterer Schwerpunkt der Beiträge liegt auf dem Versuch des Staates, eine eigene „“Schulfront““ aufzubauen, die Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus in den Dienst des „“Großen Krieges““ stellte. Dabei bezweckte nicht zuletzt der Unterricht eine Identifikation mit der dynastischen Staatsidee und den offiziellen Kriegszielen, es kam zur weitreichenden Verinnerlichung von Tugenden wie Wehrhaftigkeit, Patriotismus, Opferbereitschaft und Verzicht. Die Schulkinder wurden auch in geschlechtsspezifischer Form – von Strickarbeiten und anderen „“Liebesgaben““ an die Soldaten bis zu „“patriotischen Sammelaktionen““ und Botendiensten – für den Krieg mobilisiert. Auch Propagandaschriften sowie Freizeitbeschäftigungen wie Lektüre oder Spiele verfolgten eine Orientierung an den Leitbildern einer Kriegsgesellschaft. Doch die Begegnung mit Tod, Hunger und Mangel, die Heranziehung der Kinder und Jugendlichen zur Sicherung des Überlebens ihrer Familien brachte sie nicht selten an den Rand zur Kriminalität. Die Eigenlogik von informellen Kinder- und Jugendgruppen sowie eine wachsende Kriegsmüdigkeit und Protest setzten den Versuchen, eine neue Generation angepasster Staatsbürger und Staatsbügerinnen heranzubilden, unübersehbare Grenzen.“

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„Mit dem Fokus auf Kindheit und Schule behandelt dieser Band einen oft vernachlässigten Themenbereich der Geschichte des Ersten Weltkriegs. Er skizziert die organisatorischen Grundzüge des österreichischen Schulwesens und den Alltag an der „“Heimatfront““, der für viele Kinder immer schwieriger zu bewältigen wurde. Ein weiterer Schwerpunkt der Beiträge liegt auf dem Versuch des Staates, eine eigene „“Schulfront““ aufzubauen, die Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus in den Dienst des „“Großen Krieges““ stellte. Dabei bezweckte nicht zuletzt der Unterricht eine Identifikation mit der dynastischen Staatsidee und den offiziellen Kriegszielen, es kam zur weitreichenden Verinnerlichung von Tugenden wie Wehrhaftigkeit, Patriotismus, Opferbereitschaft und Verzicht. Die Schulkinder wurden auch in geschlechtsspezifischer Form – von Strickarbeiten und anderen „“Liebesgaben““ an die Soldaten bis zu „“patriotischen Sammelaktionen““ und Botendiensten – für den Krieg mobilisiert. Auch Propagandaschriften sowie Freizeitbeschäftigungen wie Lektüre oder Spiele verfolgten eine Orientierung an den Leitbildern einer Kriegsgesellschaft. Doch die Begegnung mit Tod, Hunger und Mangel, die Heranziehung der Kinder und Jugendlichen zur Sicherung des Überlebens ihrer Familien brachte sie nicht selten an den Rand zur Kriminalität. Die Eigenlogik von informellen Kinder- und Jugendgruppen sowie eine wachsende Kriegsmüdigkeit und Protest setzten den Versuchen, eine neue Generation angepasster Staatsbürger und Staatsbügerinnen heranzubilden, unübersehbare Grenzen.“

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